Subtile Bewusstheit entwickeln: Meditation als Weg nach innen

Subtile Bewusstheit entwickeln heißt, in der Meditation vom groben zum feinen Erleben zu gelangen. Durch das stille Sitzen, das Verlangsamen und das Reduzieren äußerer Reize beginnen wir, uns selbst genauer wahrzunehmen.

Wir können hier das Zusammenspiel unserer Emotionen und Gedanken erstmal lernen zu benennen, so zu verlangsamen, dass wir die untergründigen Emotionen unserer Gedanken erforschen können. Warum fühle ich mich verletzt? Da ist Neid in mir, ich vergleiche mich mit anderen und entweder ich ziehe den Kürzeren oder stelle mich über den anderen. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich mich über mein Leben beschwere. Dabei übersehe ich die Sachen, die gut sind, die gut laufen und wie gut es mir geht.

Wir Menschen sind ein komplexes System und Meditation erlaubt uns, uns sehr intim kennenzulernen. Unser Geist hat ca. 60.000 Gedanken pro Tag, die wir mit den damit verbundenen Impulsen und Gefühlen verarbeiten. Die Gedanken, die unverarbeitet bleiben, werden im Unterbewusstsein gespeichert oder vorläufig dorthin verschoben. Die Speicherkapazität unseres Unterbewusstseins ist jedoch begrenzt. Wenn sie in unserem Unterbewusstsein gelagert werden, verlieren wir die Kontrolle über die Ergebnisse und den Zeitpunkt unserer Reaktionen auf sie.

Subtile Bewusstheit entwickeln bedeutet, den eigenen inneren Prozessen mit Klarheit, Geduld und Aufmerksamkeit zu begegnen. Meditation erlaubt uns, Zeit zu nehmen, um diese bewusst zu verarbeiten. Dabei helfen Meditationstechniken, Yoga, Atemtechniken und andere Formen, wie wir mit unserer Lebensenergie umgehen (Tai Chi, Ayurveda etc.).

Die Reise nach innen ist nicht immer bequem, aber sie lohnt sich, denn indem wir uns selbst wirklich kennenlernen, finden wir die Freiheit, bewusst zu antworten statt unbewusst zu reagieren. Wir erfahren Freiheit, wenn wir wählen, anstatt auf alles zu reagieren.

Reflexionsübung

Nimm dir, wenn du möchtest, 5-10 Minuten Zeit, um in Ruhe zu sitzen. Schließe deine Augen und bringe deine Aufmerksamkeit zu deinem Atem. Ohne etwas verändern zu wollen, beobachte einfach:

  • Wo in deinem Körper spürst du Anspannung?
  • Welche Emotion ist gerade präsent?
  • Welcher wiederkehrende Gedanke taucht immer wieder auf?

Beurteile nichts und versuche nichts zu beheben, beobachte einfach mit Neugierde und Mitgefühl. Wenn du möchtest, schreibe nach deiner Praxis auf, was du entdeckt hast.

Viel Spaß beim Praktizieren!

Sarah