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	<title>Stille Archives - YOGARAUM Freiburg</title>
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	<title>Stille Archives - YOGARAUM Freiburg</title>
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		<title>Warum Stille manchmal unbequem ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Kempff]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2026 13:05:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meditation und Mindfulness]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stille fordert nichts. Sie bleibt. Weit genug, um zu tragen, was wir mit uns führen. Viele Menschen tragen eine leise Angst vor der Stille in sich. Nicht, weil Stille leer wäre, sondern weil sie nichts überdeckt. Geräusche, Aufgaben und Bewegung bieten sonst Halt. Fällt dieser Halt weg, richtet sich die Aufmerksamkeit fast von selbst nach innen. Was dort spürbar wird, ist selten sofort Ruhe oder Klarheit. Häufig zeigen sich ungeordnete, unabgeschlossene Teile, Erfahrungen, die lange keinen Raum hatten. Unter diesem Zögern liegt oft eine tiefe, beständige Sehnsucht. Der Wunsch, sich von der ständigen Anforderung zu erholen, zu reagieren, zu funktionieren,... </p>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Stille fordert nichts. Sie bleibt. Weit genug, um zu tragen, was wir mit uns führen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen tragen eine leise Angst vor der Stille in sich. Nicht, weil Stille leer wäre, sondern weil sie nichts überdeckt. Geräusche, Aufgaben und Bewegung bieten sonst Halt. Fällt dieser Halt weg, richtet sich die Aufmerksamkeit fast von selbst nach innen. Was dort spürbar wird, ist selten sofort Ruhe oder Klarheit. Häufig zeigen sich ungeordnete, unabgeschlossene Teile, Erfahrungen, die lange keinen Raum hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter diesem Zögern liegt oft eine tiefe, beständige Sehnsucht. Der Wunsch, sich von der ständigen Anforderung zu erholen, zu reagieren, zu funktionieren, Schritt zu halten. Ebenso die Sehnsucht, den Boden des eigenen Lebens wieder zu spüren, stabil und vertraut. In der Stille begegnen sich beide Bewegungen zugleich: Einladung und Angst, das Nach-Hause-Kommen und der Impuls, sicher beschäftigt zu bleiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn kein Raum zum Verdauen bleibt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Nachdenken über Stille kommt mir oft der Körper in den Sinn. Genauer gesagt: das Verdauen. Was geschieht, wenn zwischen einer Mahlzeit und der nächsten keine Pause bleibt? Nahrung, die ohne Raum aufgenommen wird, kann nicht nähren. Sie beschwert, drückt, irritiert. Der Körper beginnt durch Unbehagen zu sprechen, nicht als Strafe, sondern als Bitte. Etwas braucht Zeit. Etwas will sich bewegen dürfen. Ein ähnlicher Rhythmus prägt auch unser Innenleben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das innere Wetter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder Tag bringt sein eigenes Wetter mit sich: Begegnungen, Enttäuschungen, kleine Freundlichkeiten, scharfe Worte, unvollendete Gespräche. Dazu kommen private Verluste, die selten ausgesprochen werden. Vieles davon wird still getragen und in den Hintergrund gefaltet, damit das Leben weitergehen kann. Solange Bewegung und Geräusch den Alltag bestimmen, bleiben diese Schichten unberührt, wie Schlamm am Grund eines Sees.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst wenn Aktivität und Klang nachlassen, beruhigt sich die Oberfläche. Das Wasser klärt sich genug, um sichtbar werden zu lassen, was sich unten abgesetzt hat. Zunächst tauchen Empfindungen auf: Enge in der Brust, Unruhe in den Gliedern, eine Schwere ohne Namen. Gedanken folgen, nicht als geordnete Erzählungen, sondern als Fragmente, Erinnerungen, Eindrücke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Moment wird Stille oft hart beurteilt. Sie erscheint als Ursache der Störung, obwohl sie lediglich die Bedingung schafft, unter der etwas sichtbar wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Angst als Schutzbewegung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dieser Perspektive wirkt die Angst vor der Stille weniger wie Vermeidung und mehr wie Selbstschutz. Stille fühlt sich nicht sanft an, wenn die innere Landschaft lange unbeachtet blieb. Sie kann abrupt und entblößend wirken. Nicht, weil sie etwas Neues hervorbringt, sondern weil sie dem erlaubt, was lange gewartet hat, endlich ins Licht zu treten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Räumen, in denen <a href="https://yogaraumfreiburg.de/dankbarkeit_brahmaviharas/" id="https://yogaraumfreiburg.de/dankbarkeit_brahmaviharas/">Meditation</a> gelehrt wird, zeigt sich diese Angst oft leise. Besonders bei Menschen, deren Leben von Verantwortung, Intellekt und dauerhaftem Engagement geprägt ist. Sie äußert sich nicht als Widerstand, sondern als Zweifel. Als Gefühl, dass Stillhalten ein sorgfältig aufgebautes Gleichgewicht stören könnte. Dass Innehalten eine Tür öffnen könnte, die sich nicht leicht wieder schließen lässt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Stille nicht verlangt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Stille verlangt keine Lösung. Sie besteht nicht auf Klarheit oder Heilung. Sie fordert nicht, genutzt zu werden. Vielmehr bietet sie sich als Ort an, an dem Erfahrung atmen kann. Dort darf sich lösen, was lange festgehalten wurde. Wie Wetter über offenem Land bewegt sich Stille in ihrer eigenen Zeit. Sie formt den Boden nicht durch Kraft, sondern durch Präsenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So gesehen ist Stille keine Praxis, die perfektioniert werden muss, und kein Zustand, den es zu erreichen gilt. Sie ist ein lebendiger Raum, manchmal karg, manchmal zart. In ihm dürfen die unvollendeten Teile des Lebens existieren, ohne vorwärtsgedrängt zu werden. Was dort entsteht, ist keine Leere, sondern Tiefe. Keine Abwesenheit, sondern das stille Beharren dessen, was immer Teil von uns war und auf einen Moment wartete, um gefühlt zu werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zum Innehalten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Alltag zeigt sich Stille vielleicht nicht als Ruhe, sondern als ein Moment, in dem etwas Eigenes wahrnehmbar wird. Ein Gedanke, der wiederkehrt. Eine Spannung im Körper. Eine innere Bewegung, die im Lärm des Alltags sonst untergeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was wird sichtbar, wenn nichts mehr überdeckt? Und was geschieht, wenn diesem Wahrnehmen kein Ziel gegeben wird?<br></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />



<p class="wp-block-paragraph">Wenn dich diese Themen ansprechen, findest du mehr über den Newsletter und meine Arbeit hier: <a href="https://insightsjourney.substack.com/about">https://insightsjourney.substack.com</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Wenn Freundlichkeit leise bleibt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Kempff]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 09:21:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meditation und Mindfulness]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit im Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Alltägliche Freundlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmerksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gelebte Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[kontemplative Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[meditation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über kleine Handlungen, stille Tage und die unbemerkte Form von Freundlichkeit Die Achtsamkeits-Praxis zeigt sich weniger in dem, was wir tun, als in der Richtung, in die wir unsere Aufmerksamkeit immer wieder lenken. Unscheinbare Tage Es gibt Tage, die sich nicht ankündigen. Sie tragen kein besonderes Gewicht, diese Tage sind alltäglich, und sie hinterlassen keine sichtbaren Spuren. Und doch sind es oft genau diese Tage, die die leisesten und zugleich ehrlichsten Fragen in sich tragen, wenn wir bereit sind, ihnen nah genug zu kommen. Die alltägliche Freundlichkeit in unscheinbaren Momenten. Die Herausforderung der Verkörperung In letzter Zeit beschäftigt mich immer... </p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über kleine Handlungen, stille Tage und die unbemerkte Form von Freundlichkeit</strong><br></p>





<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><br>Die Achtsamkeits-Praxis zeigt sich weniger in dem, was wir tun, als in der Richtung, in die wir unsere Aufmerksamkeit immer wieder lenken.<br></p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading"><br>Unscheinbare Tage</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Tage, die sich nicht ankündigen. Sie tragen kein besonderes Gewicht, diese Tage sind alltäglich, und sie hinterlassen keine sichtbaren Spuren. Und doch sind es oft genau diese Tage, die die leisesten und zugleich ehrlichsten Fragen in sich tragen, wenn wir bereit sind, ihnen nah genug zu kommen. Die alltägliche Freundlichkeit in unscheinbaren Momenten. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Herausforderung der Verkörperung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In letzter Zeit beschäftigt mich immer wieder die Frage, was es eigentlich heißt, kontemplative Lehren nicht nur zu verstehen, sondern sie im gelebten Alltag zu verkörpern. In buddhistischen Zusammenhängen wird die Essenz des Dharma manchmal sehr schlicht beschrieben: anderen zu helfen, wo es möglich ist, und so wenig Schaden wie möglich zu verursachen. Es klingt einfach. Und vielleicht liegt genau darin ihre Herausforderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn unbemerkt schleichen sich oft Erwartungen ein. Dass Güte sichtbar sein muss.<br>Freundlichkeit soll sich bedeutsam anfühlen. Und sie braucht einen Moment, der groß genug ist, um sie zu rechtfertigen. Wenn das Leben uns solche Momente nicht anbietet, wenn der Tag still verläuft, ohne Reibung oder Drama, geraten wir leicht in Zweifel darüber, wo Praxis eigentlich stattfindet. In solchen Momenten zeigt sich alltägliche Freundlichkeit oft dort, wo nichts Besonderes geschieht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wo Praxis beginnt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Frage kam auf, als ich im Homeoffice arbeitete. Hier reduziert sich die Welt auf vertraute Räume und Abläufe, die Begegnungen fallen weg. Es gibt hier kaum einen Austausch, weniger offensichtliche Möglichkeiten, etwas beizutragen. In dieser Stille beginnt sich eine andere Frage zu regen: Wie formt sich Aufmerksamkeit, wenn niemand sie einfordert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich dabei immer wieder bemerke, ist, dass genau hier Praxis greifbar wird. Nicht im Verstehen der Lehren, sondern im stillen Abgleich mit den kleinen Widerständen des Alltags. Denn hier zeigen sich die Gewohnheiten der Gedanken. Als ich auf einen bestimmten Tag dieser Woche zurückgeblickt habe, erschien er mir zunächst leer. Und dann begann er, sich langsam zu öffnen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein gewöhnlicher Tag</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Da war das Füttern der Vögel, nicht aus Sentimentalität, sondern weil der Winter die Spielräume des Lebens verengt. Da war der Spaziergang mit dem Hund der Nachbarin, damit sie zu ihrer Physiotherapie gehen konnte, eine Handlung so alltäglich, dass sie kaum auffällt. Und da war der Weg am Fluss entlang mit meiner Tochter, die vorschlug, den Müll einzusammeln, der sich am Ufer angesammelt hatte. Wir füllten eine halbe Tüte, es war ein ungewöhnlich milder Wintertag und das Wasser floss ruhig neben uns.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Richtung der Aufmerksamkeit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nichts davon war außergewöhnlich. Es fühlte sich nicht großzügig oder bedeutsam an. Und doch wurde mir später klar, dass sich durch diesen Tag hindurch etwas Entscheidendes bewegt hatte. Immer wieder gab es eine Wahl, oft kaum bewusst, wohin sich der Geist wendet. Zur Bequemlichkeit oder zur Sorge. Zur Gleichgültigkeit oder zum Wahrnehmen. Zum Verschließen oder zum Offenbleiben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eine leise Ausrichtung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hier, so scheint es mir, lebt Praxis. Nicht im Mehrtun, nicht im Bemühen, sondern darin, der Aufmerksamkeit zu erlauben, sich von dem leiten zu lassen, was klein, nah und leicht zu übersehen ist. Freundlichkeit ist in diesem Sinne keine Stimmung und keine Tugend, sondern eine Ausrichtung. Eine Art, sich zur Welt in Beziehung zu setzen, auch dann, wenn nichts Besonderes auf dem Spiel steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht widerstehen diese Lehren dem Versuch, sie nur in außergewöhnlichen Momenten zu leben. Sie wollen in den unscheinbaren Geweben unserer Tage verankert sein, in Handlungen, die niemand festhält und die doch Spuren hinterlassen in der Art, wie wir die Welt bewohnen. Und vielleicht genügt auch das.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kontemplation</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Text lädt zum <a href="https://yogaraumfreiburg.de/innere-ausrichtung-finden/">Beobachten</a> ein. Welche kleinen Handlungen tragen dich durch den eigenen Tag. Vielleicht zeigt sich auch im eigenen Alltag etwas Ähnliches. Ein kleiner Moment, der keine Bedeutung beansprucht. Eine Entscheidung, die kaum auffällt. Und die Frage, wohin sich die Aufmerksamkeit in solchen Momenten wendet.<br></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />



<p class="wp-block-paragraph"><br>Wenn dich diese Themen ansprechen, findest du mehr über den Newsletter und meine Arbeit hier: <a href="https://insightsjourney.substack.com/about">https://insightsjourney.substack.com/about</a></p>
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		<title>Diese eine Sekunde, in der uns etwas trifft und wir sofort reagieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Kempff]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Dec 2025 16:01:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meditation und Mindfulness]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8220;Wenn uns etwas verletzt oder verunsichert, an unseren Glaubenssätzen rüttelt und unsere automatischen Reaktionen ohne Bewusstsein anspringen lässt, beginnen wir innerlich zu erklären und deuten oft schneller, als wir fühlen können, was wirklich los ist.&#8221; Es gibt Wochen, in denen ich mich auf das Kissen setze und sofort spüre, wie ich innerlich ein Stück tiefer sinke. Und dann gibt es diese anderen Wochen, die ein wenig rau beginnen. Die, in denen ich mich hinsetze, und noch bevor ich richtig in meinem Atem ankomme, merke ich, dass etwas in mir arbeitet, das ich nicht greifen kann. Die letzten Tage waren genau... </p>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8220;Wenn uns etwas verletzt oder verunsichert, an unseren Glaubenssätzen rüttelt und unsere automatischen Reaktionen ohne Bewusstsein anspringen lässt, beginnen wir innerlich zu erklären und deuten oft schneller, als wir fühlen können, was wirklich los ist.&#8221;</em><br><br>Es gibt Wochen, in denen ich mich auf das Kissen setze und sofort spüre, wie ich innerlich ein Stück tiefer sinke. Und dann gibt es diese anderen Wochen, die ein wenig rau beginnen. Die, in denen ich mich hinsetze, und noch bevor ich richtig in meinem Atem ankomme, merke ich, dass etwas in mir arbeitet, das ich nicht greifen kann. Die letzten Tage waren genau so. Das Atemzählen war ruhiger als sonst, fast stabil, und gleichzeitig schob sich etwas von innen nach oben, ein Gefühl ohne klare Form, ein leises inneres Ziehen, das noch keinen Namen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lange Zeit dachte ich, dass Ärger meine größte Baustelle ist. Eines dieser Kleshas*, innere Muster, die uns manchmal im Weg stehen. Ärger erkenne ich sofort. Er kommt mit Wärme, sogar Hitze und schnellem Tempo, mit einer sehr direkten Energie. Aber in dieser Woche hat sich etwas anderes gezeigt, etwas viel Leiseres, das sich nicht mit Kraft ankündigt, sondern sich in meine Gedanken einschleicht, bevor ich es bemerke. Dieses subtile Vergleichen. Dieses leichte innere Aufrichten. Diese kleine Stimme, die sagt: „Ich weiß schon, wie du bist. Und genau weil sie so leise ist, bin ich oft viel zu spät dabei, sie zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Moment, der mir das gezeigt hat, war eigentlich unscheinbar. Ich saß in einem Restaurant, wartete auf mein Essen, schaute ein wenig herum. Ein Mädchen fiel mir auf, laut und fordernd, so wie Kinder manchmal sind. Ich nahm es wahr und dachte nicht weiter darüber nach. Stunden später hörte ich ihrem Vater zu, der einen Vortrag hielt. Ein Mann, der vieles von dem ausstrahlte, was diese Welt gerne als erfolgreich bezeichnet. Gutaussehend, gebildet, klar in seiner Sprache, aus einem Umfeld, in dem alles, was er angeht, sofort funktioniert.&nbsp;Und in genau diesem Moment spürte ich eine Reaktion in mir. Nicht sichtbar nach außen, aber deutlich in mir drin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war dieser kleine innere Stich, den man spürt, bevor man ihn versteht. Und noch bevor ich wirklich fühlen konnte, was berührt wurde, war mein Kopf schon damit beschäftigt, alles einzuordnen. So ein Mann würde mich niemals wahrnehmen. Er lebt in einer ganz anderen Welt. Seine Tochter ist bestimmt genauso. Ein Gedanke führte zum nächsten, und plötzlich hatte ich eine ganze Deutung in der Hand, die eigentlich nur eines tat. Sie lenkte mich von dem weg, was tief in mir angestoßen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war ein unangenehmer Moment, aber vor allem ein ehrlicher. Und genau in dieser Ehrlichkeit wurde etwas sichtbar, das ich lange nicht so klar gesehen habe. Ich merkte, dass immer dann, wenn ich mich innerlich kleiner fühle als jemand anderes, ein sehr schneller Reflex einsetzt. Etwas in mir stuft die andere Person innerlich ein Stück herunter, damit ich mich wieder stabiler fühle. Es passiert so leise und so schnell, dass es wie eine intuitive Beobachtung wirkt. In Wirklichkeit ist es ein Schutz, ein Versuch, innerlich wieder ein Gleichgewicht herzustellen, wenn etwas in mir berührt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal bekommt dieser Reflex sogar einen spirituellen Klang. Dann formt mein Kopf Gedanken wie: Ich sehe tiefer. Ich bin ehrlicher mit mir. Ich durchschaue das. Worte, die sich reif und reflektiert anhören. Aber am Ende bleibt es das gleiche Muster, nur eingepackt in eine ruhige und schöne Version davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich das erkannte, tauchte zuerst etwas wie Scham auf, eine Wärme im Brustkorb. Und kurz danach eine Erleichterung. Ein Aufatmen. Denn sobald diese inneren Bewegungen sichtbar werden, verlieren sie ihre Schwere. Sie sind nicht mehr verborgen. Etwas in mir wird klarer und weicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich in diesem Moment gehalten hat, war das einfache Üben. Das Atemzählen. Der Atem an den Nasenflügeln. Das sanfte Zurückkehren zu genau dem Punkt, an dem ich gerade bin. Es gab genug Stabilität, um zu sehen, wie mein Inneres reagiert, ohne von dieser Reaktion mitgerissen zu werden. Und gleichzeitig wurde mir bewusst, wie oft meine Gedanken einsetzen, bevor ich überhaupt fühlen kann, was mich wirklich trifft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Woche hat mich daran erinnert, dass Meditation ein Weg mit Kurven ist. Manchmal beruhigt sich der Atem nur so weit, dass etwas Tieferes überhaupt sichtbar werden kann. Und manchmal ist der größte Fortschritt nicht die Ruhe, sondern die Bereitschaft, ehrlich hinzuschauen. Genau da, wo wir sonst ausweichen würden. Dieses Hinsehen verändert etwas. Es macht weicher. Es macht weiter.<br><br><strong>Reflexions Übung:&nbsp;<br></strong><br>Vielleicht kennst du solche Momente. Eine Begegnung, ein Blick, ein Tonfall, und plötzlich bewegt sich etwas in dir. Wenn du magst, schenke diese Woche ein wenig Aufmerksamkeit genau diesen ersten Sekunden. Dem feinen Gefühl, das auftaucht, bevor der Kopf beginnt zu erklären. Nicht um es zu bewerten. Nur um es zu bemerken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Herzlich<br>Sarah</p>
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		<title>Meditation mit unseren Emotionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Kempff]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Sep 2025 19:39:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meditation und Mindfulness]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[meditation]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation Freiburg]]></category>
		<category><![CDATA[Mindfulness]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstreflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Stille]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meditation mit schwierigen Emotionen </p>
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<blockquote class="wp-block-quote is-style-plain is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Lass die Geschichte fallen und finde das Gefühl.“ <br>– Pema Chödrön</strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Oft wünschen wir uns, dass Meditation uns beruhigt und nur Leichtigkeit bringt. Aber sobald etwas Unangenehmes auftaucht, Angst, Wut, Scham oder Traurigkeit, entsteht der Impuls, es wegzuschieben. Wir nennen es „Denken“ und wollen schnell zurück zum Atem oder zu einem sicheren Meditationsobjekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wahre Praxis bedeutet, das Gegenteil zu tun: stehen zu bleiben. Die Emotion nicht als Fehler zu sehen, sondern als Energie. Sie im Körper zu spüren, als Enge, Hitze, Kribbeln und Druck, ohne gleich eine Geschichte daraus zu machen. So entdecken wir: Die Emotion selbst ist nicht das Problem. Das Problem ist unser Widerstand dagegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir uns erlauben, rohe Energie zu fühlen, ohne uns in Gedanken zu verlieren, öffnet sich ein tiefer Raum von Weite und Mitgefühl.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Pema Chödrön</strong> ist eine amerikanische buddhistische Nonne, deren Bücher ich wärmstens empfehlen kann. Sie hat so eine wunderschöne menschliche Art, die sie in ihren buddhistischen Einsichten vereint.&nbsp; Eines davon <em>&#8220;When Things Fall Apart</em>&#8221; (<em>Wenn alles zusammenbricht</em>), habe ich von meiner Mutter in meinen Dreißigern geschenkt bekommen. Ich war gerade nach elf Jahren in England zurück nach Deutschland gezogen, und mein Leben, so wie ich es bisher gekannt hatte, zerfiel. Ich musste loslassen, obwohl ein Teil von mir unbedingt festhalten wollte.&nbsp;Wir alle stehen irgendwann an diesem Kreuzweg, wenn Beziehungen auseinanderbrechen, wenn Kinder ins Leben treten oder das Haus verlassen, wenn Menschen, die wir lieben, sterben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erkenntnis, dass diese Zeit endgültig vorbei war, traf mich tief. Zum ersten Mal wurde mir wirklich bewusst, wie vergänglich das Leben ist. Dass wir nichts, wirklich nichts, festhalten können. Dieses Erlebnis hat mich neugierig gemacht, was unter der Oberfläche meines Alltagsbewusstseins lag: die unbewussten Muster, die mein Denken, Fühlen und Handeln geformt haben.<br></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Reflexion/Übung:</strong><br>Diese Woche nimm dir 10 Minuten.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Setze dich in Ruhe hin, atme einige Male bewusst ein und aus.</li>



<li>Erinnere dich an ein Gefühl, das gerade da ist oder kürzlich da war.</li>



<li>Forsche: <em>Wo im Körper spüre ich es? Welche Form, Temperatur und Bewegung hat es?</em></li>



<li>Wenn Gedanken auftauchen, kehre zurück zum Fühlen.</li>



<li>Frage dich: <em>Wie ist es, dieses Gefühl zu erleben – ohne die Geschichte darum?</em></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Alles liebe<br>Sarah&nbsp;</p>
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		<title>Warum Ehrlichkeit mit mir selbst alles verändert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Kempff]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Sep 2025 07:11:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meditation und Mindfulness]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[meditation]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation Freiburg]]></category>
		<category><![CDATA[Mindfulness]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Stille]]></category>
		<category><![CDATA[Yoga Studio Freiburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben uns im Meditationskreis eine Frage aus dem Naikan (japanische Reflextionsmedthode) gestellt, die nicht immer leicht ist: „Wie habe ich anderen Schwierigkeiten bereitet“ Normalerweise denken wir dabei an andere Menschen. Dieses Mal haben wir den Blick auf den eigenen Körper gerichtet: Wie mache ich es meinem Körper schwer? Übersehe ich seine Signale? Gehe ich über meine Grenzen? Ehrlich gesagt, es ist nicht angenehm, so hinzusehen. Aber genau da liegt die Kraft dieser Praxis. Wenn wir aufhören, uns rauszureden, und Verantwortung übernehmen, entsteht etwas Neues. Eine Klarheit, die still, aber kraftvoll ist. Ich erinnere mich an den Moment, als mir... </p>
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<p class="wp-block-paragraph"><br>Wir haben uns im Meditationskreis eine Frage aus dem Naikan (japanische Reflextionsmedthode) gestellt, die nicht immer leicht ist: <strong>„Wie habe ich anderen Schwierigkeiten bereitet“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Normalerweise denken wir dabei an andere Menschen. Dieses Mal haben wir den Blick auf den eigenen Körper gerichtet: <strong>Wie mache ich es meinem Körper schwer? Übersehe ich seine Signale? Gehe ich über meine Grenzen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlich gesagt, es ist nicht angenehm, so hinzusehen. Aber genau da liegt die Kraft dieser Praxis. Wenn wir aufhören, uns rauszureden, und Verantwortung übernehmen, entsteht etwas Neues. Eine Klarheit, die still, aber kraftvoll ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erinnere mich an den Moment, als mir bewusst wurde: Alles, was ich erlebe, hängt mit meinen eigenen Handlungen, Gedanken und Worten zusammen. Ursache und Wirkung. Das klingt so logisch – und doch vergessen wir es im Alltag ständig. Wir glauben, die Dinge passieren einfach. Aber viel öfter, als wir denken, pflanzen wir selbst die Samen dafür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und mal ehrlich: Wie oft investieren wir Energie in etwas, das uns gar nicht guttut? Wie oft verletzen wir sogar Menschen, die wir am meisten lieben? Es ist schwer, das zuzugeben. Aber genau dieser ehrliche Blick ist der Beginn von Veränderung und Heilung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es muss nichts Großes sein. Fang klein an. Ein Tag, eine Begegnung, eine Beziehung. Frag dich: <strong>Wo habe ich hier Schwierigkeiten verursacht?</strong> Allein dieses Innehalten kann schon Druck lösen. Ehrlichkeit schafft Raum. Und in diesem Raum liegt Freiheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einige von euch haben mit mir geteilt, was euch im Moment herausfordert:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Aufschieben, wenn das Leben ohnehin schon voll ist</li>



<li>Das Gefühl, zu viel zu geben und am Ende selbst erschöpft zu sein</li>



<li>Den ganzen Tag beschäftigt zu sein und trotzdem das Gefühl zu haben, wenig geschafft zu haben</li>



<li>Und für alle, die neu mit Meditation anfangen: die Frage, wo man überhaupt beginnt</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">All das gehört zum Menschsein. Und genau hier beginnt Praxis, mitten im Leben, genau da, wo wir stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich geht es am Ende um etwas ganz Einfaches: <strong>im Kleinen weniger Schaden anrichten und mehr Gutes tun.</strong> Nicht moralisch „gut“ oder „schlecht“, sondern spürbar. Ehrlichkeit trägt eine andere Energie als Ausreden. Großzügigkeit fühlt sich anders an als Selbstbezogenheit. Und wir alle spüren das – auch ohne Worte.<br><br>Alles liebe<br>Sarah</p>
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